Ostsee-Zeitung l Wochenendausgabe, 08. November 2008 | 190 Wörter
Anhörung zum Dong-Kraftwerk
Anhörung zum Dong-Kraftwerk
Engagiert
Im aufwendigsten Genehmigungsverfahren für ein Wirtschaftsprojekt in Mecklenburg-Vorpommern war gestern Halbzeit. Es verdient Respekt, wie viel Zeit und Sachverstand engagierte Bürger aufbringen, um sich bei den Anhörungen zum Steinkohle- Kraftwerk in Lubmin einzubringen. Das Verfahren bewegt sie, es ist für sie von erheblichem Belang. Der dänische Investor lässt sich von der Ablehnung, die sein Kohlemeiler in der Region erfährt, bisher nicht beirren. Groß ist die Verlockung, mit billigem Rohstoff vom anderen Ende der Welt in Vorpommern gewinnbringend Strom zu erzeugen. Das Problem: Der Standort am Greifswalder Bodden ist keine gewöhnliche Industriebrache. Er befindet sich in einer der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands, umgeben von Naturschutz- und Wassersportgebieten. Neben den diskutierten Beeinträchtigungen für Wasser, Luft, Fische und Vögel rückt jetzt eine noch größere Belastung in den Fokus. Experten halten es für sehr wahrscheinlich, dass eine Verschlechterung der Wasserqualität die Gesundheit der Badegäste gefährden könnte. Auch wenn andere Fachleute das weniger dramatisch beurteilen, lässt sich eins nicht wegdiskutieren: Kohleverbrennung ist nicht mehr zeitgemäß und der Standort eine denkbar schlechte Wahl.
ELKE EHLERS






