Was ist in Gefahr?

Die Region Ostvorpommern-Usedom sieht ihre Zukunftspläne in Gefahr. Das Amt Usedom Nord mit seinen knapp 9000 Einwohnern verzeichnete 2006 sage und schreibe 1,4 Millionen Übernachtungen. Wegen der Bedeutung des Tourismus entstanden in den letzten Jahren in den Gemeinden 5 Eigenbetriebe, die 2007 ein Gesamthaushaltsvolumen von über 10 Millionen Euro aufweisen.

Diese Zahlen sprechen für sich. Der Tourismus ist bereits ein harter Wirtschaftsfaktor in der gesamten Region. In der Beliebtheitsskala der touristischen Zielgebiete nimmt die Insel Usedom einen Spitzenplatz ein. Nirgendwo sonst an der deutschen Küste findet es beispielsweise Altbundespräsident Richard von Weizsäcker "schöner als hier". In touristisch ebenso attraktiven Gebieten wie Sylt oder am Starnberger See wäre ein derartiges Projekt mit Sicherheit niemals realisierbar. Es sind sowohl ein Imageschaden als auch negative Auswirkungen auf die um Lubmin liegenden Schutzgebiete zu befürchten. Der Schutz in den ausgewiesenen Gebieten mit ihren verschiedenen Schutzkategorien wäre nicht mehr gewährleistet und damit wären Rückforderungen der EU zu erwarten. Die erklärten Klimaschutzziele in Mecklenburg-Vorpommern können mit dem Bau des Kohlekraftwerkes in Lubmin ebenfalls nicht erreicht werden. Die negativen Auswirkungen einer unökologischen Entwicklung im gesamten Planungsgebiet der Lubminer Heide, sind gegenüber folgenden Generationen nicht zu verantworten.

Von der Wirtschaft und von Politikern aller Ebenen wird immer öfter und immer lauter Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubs-, Gesundheits- und Wellnessland Nummer 1 propagiert und auch mit erheblichen Mitteln (u.a. nicht unbedeutenden Mengen von Steuergeldern) etabliert und weiter entwickelt. Seitens der Politik hängen daran riesige Hoffnungen auf steigende Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze, die in der Tat vor Ort die einzige deutlich wachsende Branche darstellt.Sollen diese vielen Hoffnungen und Arbeitsplätze den vielleicht durch das Kraftwerk neu geschaffenen 140 Arbeitsplätzen geopfert werden, die übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit nur zu einem geringen Anteil aus der Region besetzt werden?