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Ostsee-Zeitung l  Freitag, 13. März 2009 | Anklam
Kraftwerk als Giftschleuder unerwĂĽnscht

Zur Berichterstattung über das geplante Steinkohlekraftwerk am Industriestandort Lubmin: Wer kann denn nach den Erörterungterminen in Greifswald noch für das Projekt Giftschleuder oder Pechkohlekraftwerk Lubmin sein? Nur Leute die sich mit diesem Thema keine Minute beschäftigt haben und nur den Lügen des Zauberpeters nachlaufen. Am Wahlabend werden sie alle feststellen, Wahlhelfer für die Braunen gewesen zu sein. Wer bis heute noch nicht verstanden hat, dass dieses Projekt hier nicht erwünscht ist, ignoriert die mittlerweile mehr als 60 000 Unterschriften von Wählern gegen diese Giftschleuder. Die Genossen können nur mit einem ganz klaren Nein Wählerstimmen sammeln. Es bleibt ihnen keine andere Möglichkeit. Dies gilt, so meine ich, sowohl für die SPD als auch für die Kandidaten der Linken. Andere als Nein-Sager zu diesem Projekt sollten überhaupt nicht aufgestellt werden, denn sie handeln verantwortungslos gegenüber der Bevölkerung. Folgen sie der Insel Rügen! Hier haben sich alle Parteien und Verbände klar und deutlich gegen den Giftmeiler ausgesprochen. Warum wohl?

Torsten Jelinski, Thiessow

 

Kein neues Kohlekraftwerk in Berlin

Jürgen Quentin, Projektmanager Recht von der Deutsche Umwelthilfe e.V., Bundesgeschäftsstelle Berlin, teilt am 13.03.2009 folgendes mit:

Sicherlich haben Sie schon mitbekommen, dass Vattenfall gestern verkĂĽndet hat auf den Neubau eines Kohlekraftwerks in Berlin zu verzichten. Dies ist ein Riesenerfolg der lokalen Antikohle-Akteure und zugleich ein positives Signal an alle anderen potenziellen Kohlekraftwerksstandorte!

Statt auf Kohle setzt der Energieriese Vattenfall in Berlin zukünftig auf Gas- und Biomassekraftwerke, die allesamt in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden sollen. Mit dieser Entscheidung liefert Energiekonzern den Beweis dafür, dass neue Gaskraftwerke und Kraftwerke auf Basis von erneuerbarer Energie - auch unter wirtschaftlichen Aspekten - eine Alternative zur Kohleverstromung sind! Argumente der Kohle-Befürworter, wie mangelnde Gaslieferverträge, unsichere Versorgungslage bei russischem Gas, hohe Gaspreise etc. werden durch das Beispiel in Berlin eindeutig widerlegt. Dabei darf man selbstverständlich die diametrale Energiepolitik, die Vattenfall derzeit in Hamburg-Moorburg zementiert, nicht aus den Augen verlieren.

Dennoch liefert die Entscheidung von Vattenfall in Berlin Munition für den Kampf gegen die zahlreichen weitern Kohlekraftwerksprojekte in Deutschland. RWE, E.On und Co. müssen sich nunmehr mit dem Vorwurf auseinandersetzen, warum sie weiterhin auf Steinzeit-Technologie und Klimakiller-Kraftwerke setzen, wenn der Mitbewerber (immerhin der drittgrößte deutsche Energieversorger) in Zukunft eine Millionenmetropole mit Strom und Wärme versorgen kann, ohne den Einsatz des Brennstoffs Kohle.

Interessant ist auch die entsprechende Pressemitteilung von Vattenfall.


 

 

   
Ostsee-Zeitung l Freitag, 13. März 2009 | Titelseite Rügen
Leserpost

Annett Schwarz aus Thiessow schreibt zum OZ-Artikel „Traktorenlärm nervt Anwohner“ vom 3. März: Anhand der Biogasanlage in Bergen sieht man deutlich, wie mit den Rechten der Bürger umgegangen wird. Erst wird beschwichtigt und auf rechtsstaatliche Verfahren verwiesen (es wird schon nicht so schlimm). Nun steht die Anlage und für die Probleme ist keiner mehr zuständig und es interessiert auch keinen Politiker mehr. Sieh zu Bevölkerung, wie du klar kommst. 
Anders wird es im Fall des Steinkohlekraftwerks auch nicht kommen. Algenteppiche werden die Ostsee badeunfähig machen, Vibrionenbakterien Mensch und Tier gefährden, Touristen der Insel den Rücken kehren. Und dann ist keiner zuständig. Die Politiker kommen ja eh nur zur Einweihung, bei Problemen bleiben sie lieber im Büro.

   

Auch in Österreich wächst der Widerstand gegen Dong

Seitdem bekannt ist, dass verschiedene österreichische Firmen sich an dem Dong-Projekt in Lubmin beteiligen wollen, regt sich auch dort erheblicher Widerstand. Lesenswert dazu ist die Webseite http://www.wasser-osttirol.at/.

Auf dieser Seite findet man auch einen Bericht ĂĽber die 6. Internationale Energiewirtschaftstagung an der TU Wien (11.-13.2.09). Deren Kredo lautet:

Nur eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs kann unsere Energieprobleme lösen. Und dann die Feststellung:

Das grundsätzliche Problem in Österreich aber ist, dass es keine koordinierte und proaktive Energiepolitik gibt weder kurz- noch langfristig. Es gibt zwar ambitionierte Ziele - z.B. 34% erneuerbare Energie bis 2020 - aber keine Strategien, keine Wege, die zum Erreichen dieser Ziele führen sollen! Nach Meinung der Experten kann aber letztendlich nur ein umfassendes energiepolitisches Paket, bestehend aus einem abgestimmten Mix aus

- Höchstverbrauchsstandards für Geräte, Gebäude, Fahrzeuge

- Steuerlichen MaĂźnahmen, z. B. eine umfassende CO2-Steuer

- Gezielten Subventionen zur Förderung der Solarenergie und der Effizienzsteigerung von Gebäuden

- Forciertes Forschung- und Entwicklungsprogramm mit Fokus auf Energiesparen und erneuerbare Energieträger

- weiteren begleitenden MaĂźnahmen, z.B. im Bereich der Raumplanung

zu einer Annäherung an einen Pfad nachhaltiger Energienutzung und damit eines nachhaltigen Wirtschaftssystems führen.

Da können wir von der BI nur staunend feststellen: Wie sich die Bilder gleichen...... Immer wieder wird auch von uns darauf hingewiesen, dass weder Bund noch Land auf ein langfristiges Energiekonzept verweisen können und auch wenig begründete Hoffnung besteht, dass dieser Zustand verändert wird. Immer sind nur Wahlen im Focus.

 


 

   

Welt Online:

Arbeiter eingepfercht

Die illegale Unterbringung von Bauarbeitern, die in Moorburg beim Bau des Kohlekraftwerks eingesetzt sind, ruft nach dem Bezirksamt nun auch den Bauherrn Vattenfall auf den Plan: "Wir haben den betreffenden Subunternehmer aufgefordert darzulegen, wie es zu dieser Situation kommen konnte", sagt Vattenfall-Sprecher Ivo Banek.

Wie die WELT berichtete, ermittelt das Bezirksamt Harburg wegen der ungenehmigten Nutzung mehrerer Wohnungen im Phoenix-Viertel, in denen bulgarische Arbeiter auf engstem Raum untergebracht wurden. Das Gebäude gilt als völlig ungeeignet für eine Wohnunterkunft, auch weil Flucht- und Rettungswege fehlen.

Frage der BI: Kann so etwas nur in Moorburg vorkommen?


   

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