Mecklenburg-Vorpommern rechnet sich zum Klimaretter
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 27. Mai 2009 um 15:56 Uhr Geschrieben von: Ilona Hartmann Dienstag, den 26. Mai 2009 um 21:41 Uhr
PRESSEMITTEILUNG Schwerin, 26.05.2009 (30-09)Mecklenburg-Vorpommern rechnet sich zum Klimaretter
BUND, WWF und Die Klima-Allianz entzaubern Energiekonzept derÂ
Landesregierung / Steinkohlekraftwerk erhöht mittelfristig dieÂ
Strompreise und gefÀhrdet die Klimaziele
Eine gemeinsame Studie von BUND, WWF und Die Klima-Allianz hatÂ
grundlegende MĂ€ngel an den energiepolitischen Leitlinien desÂ
Landeskonzeptes "Energieland 2020" festgestellt. Die heute in SchwerinÂ
vorgestellte Studie stellt fest, dass das Landeskonzept grundlegend anÂ
den BedĂŒrfnissen einer modernen Klimapolitik vorbeigeht. Vor allem derÂ
Bau des Kohlekraftwerks Lubmin ist ökonomisch und ökologisch unsinnig.Â
Verfasst wurde die Studie vom arrhenius Institut fĂŒr Energie- undÂ
Klimapolitik mit Sitz in Hamburg. Das renommierte Institut ist alsÂ
unabhĂ€ngiger wissenschaftlicher Berater in Fragen der Klima- undÂ
Energiepolitik fĂŒr die Bundesregierung, aber auch fĂŒr Unternehmen derÂ
Energiewirtschaft tÀtig.
"Die Annahme, Mecklenburg-Vorpommern könne einen Beitrag zum KlimaschutzÂ
leisten und gleichzeitig eines der gröĂten Steinkohlekraftwerke derÂ
Bundesrepublik betreiben ist nicht zu halten", so der Verfasser derÂ
Studie, Dr. Sven Bode bei der Vorstellung in Schwerin. "Insbesondere derÂ
Ansatz der Landesregierung, in ihrer Landesstrategie "Energieland 2020"Â
fĂŒr die Emissionsermittlung die sogenannte Verursacherbilanz zuÂ
verwenden, fĂŒhrt in die Irre", so Bode..Dieser Ansatz erlaube lediglichÂ
eine CO2-Senkung auf dem Papier. Faktisch steigen mit einem neuenÂ
Kohlekraftwerk in Lubmin die Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern massivÂ
an. "Und auch ein Export von Strom und damit ein vermeintlicher ExportÂ
von CO2-Emissionen entlaste die Klimabilanz Mecklenburg-VorpommernsÂ
nicht. Der Standort Lubmin ist energiepolitisch und volkswirtschaftlichÂ
nicht sinnvoll", erlĂ€utert Bode weiter. "Der Bau eines KohlekraftwerksÂ
in Lubmin wird nicht zum Sinken der Strompreise fĂŒhren, wie dieÂ
Landesregierung behauptet. Ganz im Gegenteil: Der Bau desÂ
Steinkohlekraftwerkes wird das Risiko steigender Strompreise sogarÂ
erhöhen", betont Bode. (Hier die Studie als pdf-file)
FĂŒr Arndt MĂŒller, Sprecher des BUND Mecklenburg-Vorpommern liegen dieÂ
Alternativen fĂŒr den Kraftwerksbau auf der Hand. "Statt stĂ€rker aufÂ
Zukunftstechnologien wie den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu setzen,Â
klebt die Landesregierung an der Steinzeittechnologie 'Kohle'. AndereÂ
BundeslĂ€nder mit teilweise schlechteren Bedingungen zeigen einen enormenÂ
Ehrgeiz und setzen sich deutlich ambitioniertere Ausbauziele als dasÂ
Wind- und Sonnenland Mecklenburg-Vorpommern", stellt MĂŒller fest. EinÂ
einfacher Vergleich mit den Ausbauzielen fĂŒr die Stromerzeugung ausÂ
erneuerbaren Energien in anderen BundeslĂ€ndern zeige, so MĂŒller, dassÂ
die mit 'Energieland 2020' gesetzten Ziele noch deutlich erhöht werdenÂ
können. So wollen bis 2020 beispielsweise Brandenburg das vierfache undÂ
Sachsen-Anhalt gut das doppelte der Windkraftleistung installieren, dieÂ
sich Mecklenburg-Vorpommern fĂŒr Onshore-Anlagen vorgenommen hat. SelbstÂ
bei der Solarenergie will ein Bundesland wie Sachsen-Anhalt demÂ
sonnenreichen Mecklenburg-Vorpommern weit voraus eilen. Bis zum JahrÂ
2020 sollen dort Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 143 MegawattÂ
installiert sein, wÀhrend in Mecklenburg nur 28 Megawatt vorgesehen sind.
"Mit dem Bau eines Kohlekraftwerks in Lubmin gefĂ€hrdet dieÂ
Landesregierung zudem die langfristigen, deutschen Klimaziele undÂ
betreibt damit eine unverantwortliche Energiepolitik", sagt Brick Medak,Â
Klimaexperte vom WWF Deutschland. Unser klimapolitischer Spielraum istÂ
sowieso schon sehr eingeengt. Der Bau eines jeden neuen KohlekraftwerksÂ
fĂŒhrt uns nur weiter in die klimapolitische Sackgasse", so Medak. InÂ
ganz Deutschland gibt es deshalb einen immer stĂ€rkeren Widerstand gegenÂ
Kohlekraftwerke. Auch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern solltenÂ
sich von der Landesregierung nicht an der Nase herumfĂŒhren lassen.
FĂŒr RĂŒckfragen:
Dr. Sven Bode, Arrhenius-Institut fĂŒr Energie- und Klimapolitik, Â
Tel. 040-4126 8215
Arndt MĂŒller, BUND, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.,
Tel. 0160-96470127
Brick Medak, WWF Deutschland/ Die Klima-Allianz, Tel. 0162-2914488


