Kohlekraftwerk: Experten warnen
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22. Oktober 2008 um 21:22 Uhr Geschrieben von: Ilona Hartmann Montag, den 20. Oktober 2008 um 21:20 Uhr
Ostsee-Zeitung l  Montag, 20. Oktober 2008 | Hansestadt Greifswald
Kohlekraftwerk: Experten warnen
Verschiedene Fachleute warnen vor schädlichen Auswirkungen, die der geplante Bau eines Steinkohlekraftwerks haben könnte.
Greifswald Als Teil des Genehmigungsverfahrens um das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin beginnt in acht Tagen in Greifswald die öffentliche Erörterung (siehe Infokasten). „Das ist die entscheidende Phase im Genehmigungsverfahren“, sagt Christa Labouvie, Sprecherin der BĂĽrgerinitiative „Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin“. 8900 BĂĽrger haben Einwände gegen das geplante Kraftwerk von DONG Energy formuliert. „FĂĽr diese Termine mĂĽssen wir alle Kräfte mobiliseren und zeigen, wie unsinnig dieses Kraftwerk ist“, sagt Labovie weiter.Â
Bereits am vergangenen Freitag hatte die Landtagsfraktion der Linkspartei in Kooperation mit BĂĽndnis 90/ Die GrĂĽnen, den Umweltschutzverbänden und den vier BĂĽrgerinitiativen in Greifswald zu einer öffentlichen Anhörung mit Experten eingeladen. Die Informationsveranstaltung sei gleichzeitig eine Reaktion auf die unbefriedigende Anhörung im Wirtschaftsausschuss gewesen, sagt Labouvie. Dort durften im September nur die drei Vertreter der Volksinitiative sprechen. „Sachverständige und Experten waren nicht zugelassen worden. Das ist völlig unĂĽblich und skandalös“, kommentiert Wolfgang Methling, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei, die Entscheidung der Ausschussmitglieder, die keine schädlichen Auswirkungen durch das Kraftwerk erwarten. „Wir sehen die Anhörung auch als Vorbereitung auf die Eröretrungsgespräche. Hier können wir die neuesten Erkenntnise und Entwicklungen austauschen und diskutieren“, erklärt Christa Labouvie.Â
Auf der Anhörung in Greifswald präsentierten Sachverständige vom Potsdam-Institut fĂĽr Klimaforschung, dem Bundesamt fĂĽr Naturschutz und dem BUND-Mecklenburg Ergebnisse, die der Auffassung widersprechen, vom Kraftwerk seien keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten. So zitierte Methling Untersuchungsergebnisse von Jörg Schmiedel (UmweltberatungsbĂĽro Rostock), der von einer Erwärmung des Boddens durch KĂĽhlwasseremissionen und von einer Massenentwicklung des gesundheitsgefährdenden Bakteriums Vibro vulnificus ausgeht. Von einer verstärkten, gesundheitsgefährdenden Vermehrung dieser Bakterien wäre laut Gutachten der gesamte sĂĽdliche Bodden betroffen. Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt Prof. Lutz GĂĽrtler von der Goetheuniversität Frankfurt/Main. „Neben den Badenden sind auch Fischer und an der Fischverarbeitung Beteiligte bei erhöhter Vibro vulnificus Konzentration gefährdet“, zitiert Methling den Professor. Auf die Gefährdung der Seebäder hatte erst kĂĽrzlich auch die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) in einer neuen Studie hingewiesen (OZ berichtete).Â
UDO ROLL
Kohlekraftwerk: Experten warnen
Verschiedene Fachleute warnen vor schädlichen Auswirkungen, die der geplante Bau eines Steinkohlekraftwerks haben könnte.
Greifswald Als Teil des Genehmigungsverfahrens um das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin beginnt in acht Tagen in Greifswald die öffentliche Erörterung (siehe Infokasten). „Das ist die entscheidende Phase im Genehmigungsverfahren“, sagt Christa Labouvie, Sprecherin der BĂĽrgerinitiative „Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin“. 8900 BĂĽrger haben Einwände gegen das geplante Kraftwerk von DONG Energy formuliert. „FĂĽr diese Termine mĂĽssen wir alle Kräfte mobiliseren und zeigen, wie unsinnig dieses Kraftwerk ist“, sagt Labovie weiter.Â
Bereits am vergangenen Freitag hatte die Landtagsfraktion der Linkspartei in Kooperation mit BĂĽndnis 90/ Die GrĂĽnen, den Umweltschutzverbänden und den vier BĂĽrgerinitiativen in Greifswald zu einer öffentlichen Anhörung mit Experten eingeladen. Die Informationsveranstaltung sei gleichzeitig eine Reaktion auf die unbefriedigende Anhörung im Wirtschaftsausschuss gewesen, sagt Labouvie. Dort durften im September nur die drei Vertreter der Volksinitiative sprechen. „Sachverständige und Experten waren nicht zugelassen worden. Das ist völlig unĂĽblich und skandalös“, kommentiert Wolfgang Methling, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei, die Entscheidung der Ausschussmitglieder, die keine schädlichen Auswirkungen durch das Kraftwerk erwarten. „Wir sehen die Anhörung auch als Vorbereitung auf die Eröretrungsgespräche. Hier können wir die neuesten Erkenntnise und Entwicklungen austauschen und diskutieren“, erklärt Christa Labouvie.Â
Auf der Anhörung in Greifswald präsentierten Sachverständige vom Potsdam-Institut fĂĽr Klimaforschung, dem Bundesamt fĂĽr Naturschutz und dem BUND-Mecklenburg Ergebnisse, die der Auffassung widersprechen, vom Kraftwerk seien keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten. So zitierte Methling Untersuchungsergebnisse von Jörg Schmiedel (UmweltberatungsbĂĽro Rostock), der von einer Erwärmung des Boddens durch KĂĽhlwasseremissionen und von einer Massenentwicklung des gesundheitsgefährdenden Bakteriums Vibro vulnificus ausgeht. Von einer verstärkten, gesundheitsgefährdenden Vermehrung dieser Bakterien wäre laut Gutachten der gesamte sĂĽdliche Bodden betroffen. Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt Prof. Lutz GĂĽrtler von der Goetheuniversität Frankfurt/Main. „Neben den Badenden sind auch Fischer und an der Fischverarbeitung Beteiligte bei erhöhter Vibro vulnificus Konzentration gefährdet“, zitiert Methling den Professor. Auf die Gefährdung der Seebäder hatte erst kĂĽrzlich auch die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) in einer neuen Studie hingewiesen (OZ berichtete).Â
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