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Energiekonzept der Bundesregierung muss Systemkonflikt vorbeugen
In einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe von 01.03.2010 wird festgestellt:
· Längere AKW-Laufzeiten und zusätzliche Kohlekraftwerke programmieren neuen Fundamentalkonflikt auf dem Weg ins regenerative Zeitalter
· Studie: Variable Erneuerbare Energien und klassische Grundlastkraftwerke passen nicht zusammen in ein Stromsystem
· Erneuerbare Energien gehören in den Mittelpunkt der Zukunftsdebatte
· Energiekonzept der Bundesregierung bleibt „Muster ohne Wert“, wenn die Anpassung des konventionellen Kraftwerksparks an wachsende Anteile Erneuerbarer Energien nicht geklärt wird
Alle Hintergrundmaterialien der Pressekonferenz finden Sie hier zum Download
Hoffnung und Zweifel in Sachen Kohle - von Andreas Zecher Lubmin.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach so viel Widerstand ein Investor, der auch ein Kohlekraftwerk bauen will, es wagt, hier Fuß zu fassen“, sagt Hildegard Hinsching. Nachdem der dänische Energiekonzern Dong Energy derartige Pläne auf dem Gelände des früheren Kernkraftwerkes aufgeben hat, hofft die Rentnerin, dass ihre Bürgerinitiative (BI) „Zukunft Lubminer Heide“ mit dazu beigetragen hat, dass alle Formen von umweltschädigender Investitionen auf Dauer einen Platzverweis erhalten haben. Seit zehn Jahren gibt es die BI und so lange ist auch Hildegard Hinsching dabei. Gegen einen Holzverarbeiter wurde zu Felde gezogen – bislang erfolgreich. Gegen die Abholzung des Küstenwaldes – das gelang nur teilweise. Die Pläne von Dong zu vereiteln, war die größte Herausforderung für die Lubminer. Dafür erhielten sie Unterstützung von Initiativen auf Rügen und Usedom sowie durch landesweite Protestbekundungen. Über allem stand: „Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin“. Seit 2006 gibt es die gleichnamige Initiative, die sich andere BI mit ins Boot geholt hat. Ihr Vorsitzender, Michael Woitacha, ist weniger hoffnungsfroh als Hildegard Hinsching. Er sagt, „noch ist keine endgültige Ruhe im Streit um die Kohlekraftwerkpläne in Lubmin eingekehrt“. Unterstützt durch das Wirtschaftsministerium, so Woitacha, suchten die Antragsteller und die verbliebene Betreibergesellschaft nach einem Ersatzinvestor, der für DONG Energy einspringen solle.
Weiterlesen: Nordkurier-de Hoffnung und Zweifel in Sachen Kohle
Ostsee-Zeitung I
Nachdem die dänische Firma Dong das umstrittene Vorhaben eines Kohlekraftwerks bei Lubmin aufgegeben hat, steigen auch die Partner aus.
Lubmin/Schwerin/München (OZ) - Nach dem Rückzug des dänischen Investors Dong Energy gehen jetzt weitere Anteileigner auf Distanz zum Projekt des Steinkohlekraftwerkes in Lubmin bei Greifswald. „ Wir beteiligen uns auf keinen Fall am Neubau eines Steinkohlekraftwerkes", sagte Christian Miehling von den Stadtwerken München.
Die Firma ist an der WV Engergy AG (Frankfurt/Main) beteiligt, die 25,1 Prozent der Anteile an der Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH & Co. KG hält und das Genehmigungsverfahren für das geplante Kraftwerk weiter vorantreibt. Die WV Energie AG Frankfurt/Main, zu der neben der Wintershall AG viele kommunale Versorgungsunternehmen gehören, sucht zudem einen neuen Großinvestor, der die Dong-Anteile übernehmen soll.
Die in der Allianz „ Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" vereinten Bürgerinitiativen und Umweltverbände wundern sich indessen „ über den Optimismus der Verantwortlichen", neue Investoren für ein Kohlekraftwerk am Greifswalder Bodden finden zu können. Nach Kenntnis von Arndt Müller vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) tragen sich neben den Münchner Stadtwerken weitere Kleinaktionäre mit dem Gedanken, aus dem Projekt auszusteigen. Laut Müller wolle sich auch die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) aus Österreich, die eine der größten Beteiligungen an der WV Energie AG halte, von den Lubmin-Plänen zurückziehen, weil sie künftig „ bevorzugt auf Wind und Wasserkraft" setze. Laut BUND wollte die TIWAG 150 Millionen Euro in Lubmin investieren.
ELKE EH LERS
Weitere Iinformationen dazu auch beim BUND Mecklenburg-Vorpommern
NACHRICHTEN DEUTSCHLAND - MVregio Aktuell: CDU will neuen Investor für Kraftwerk in Lubmin finden
18.12.2009: Lubmin/Schwerin/MVregio Eine Woche nach dem Rückzug des dänischen Energiekonzerns Dong Energy aus dem umstrittenen Kraftwerksprojekt in Lubmin fordern CDU-Politiker, nach einem neuen Investor zu suchen.
Im Interesse der Versorgungssicherheit könne noch nicht auf Kohlekraftwerke verzichtet werden, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Waldmüller (Foto), am Freitag in Schwerin. Auch aus wirtschaftspolitischer Sicht wäre es sinnvoll, einen neuen Investor für das Großprojekt zu finden.
Unterdessen teilte die Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald & Co. KG mit, ihre Anträge zum Bau des Kraftwerks vorerst nicht zurückzuziehen. Gegenwärtig würden Lösungsmöglichkeiten nach dem angekündigten Rücktritt des dänischen Energiekonzerns Dong Energy geprüft, teilte die Investorengruppe am selben Tag in Lubmin mit.
Gemeinsam mit den Gesellschaftern sollen zunächst mögliche Folgen aus dem Dong-Rückzug untersucht werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Projektleiter Peter Gedbjerg und Albert Uwe Schön. Der dänische Staatskonzern hält 74,9 Prozent der Anteile an der Projektgesellschaft. 25,1 Prozent liegen bei der WV Energie AG Frankfurt/Main, an der neben der Wintershall AG mehrere kommunale Versorgungsunternehmen beteiligt sind, darunter Stadtwerke in Berlin und München.
Dong Energy hatte am Freitag vergangener Woche erklärt, seine Pläne zum Bau eines 2,3 Milliarden Euro teuren 1600-Megawatt-Steinkohlekraftwerk in Lubmin aufzugeben.
MVregio Landesdienst mv/ovp/sn
Dong beerdigt ein deutsches KohlekraftwerkDie Geschäftsführung von Dong Energy begräbt die Pläne für ein Kohlekraftwerk in der deutschen Stadt Greifswald.
Dong hat bereits Millionen in das Projekt investiert. Das Geld ist in den Gulli verschwunden.
Michael Stenvei
Die Geschäftsführung von Dong Energy hat beschlossen, die Idee, in der norddeutschen Stadt Greifswald ein Kohlekraftwerk zu errichten, zu begraben. „Dong ist auf ein enges Zusammenspiel mit der Gesellschaft angewiesen, in der wir agieren wollen. Wir haben nicht länger das Gefühl gehabt, von der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern die nötige Unterstützung zu erhalten und haben daher die Konsequenzen gezogen,“ sagt Anders Eldrup, geschäftsführender Direktor von Dong Energy.
Er betont, dass das Projekt sowohl zu Hause in Dänemark als auch in Deutschland zu langen Schlangen von Kritikern geführt hat. Daher kommt der Beschluss der Geschäftsführung, sich von dem deutschen Projekt zu verabschieden, nicht überraschend.
„Die Entscheidung kommt nicht plötzlich. Vor drei Jahren haben wir das Projekt begonnen, und eine lange, lange Wegstrecke war damit verbunden,“ sagt Anders Eldrup. Außer der fehlenden Unterstützung in Deutschland deutet der Dong-Chef an, dass der deutsche Beschluss, Atomkraft weiter nutzen zu wollen, ausschlaggebend für den Rückzug aus dem Greifswald-Projekt gewesen sei.
Das Projekt wurde zu Beginn als ein entscheidendes Standbein im zukünftigen Energiegeschäft dargestellt. Heute bestreitet Anders Eldrup, dass für die Geschäfte von Dong das Greifswald-Projekt so bedeutend sei.
„Im Frühjahr haben wir beschlossen, in zwei Gaskraftwerke zu investieren. Eins in England und eins in Holland, außerdem betreiben wir eine große Zahl von Windparks. D.h., von Stillstand kann keine Rede sein,“ sagt Anders Eldrup.
Er kann sich außerdem darüber freuen, dass der Beschluss zur Aufgabe des deutschen Kohlekraftwerks, den Kostendruck auf Dong verringert. Dong war in den vergangenen Monaten einer Art ökonomischen Großreinemachens zur Kostenreduzierung ausgesetzt. D.h. zum Beispiel, dass die Investitionen für 2010 und 2011 im schlimmsten Fall um 20 Milliarden Kronen gekürzt werden sollten. Unter diesem Blickwinkel, wäre das Greifswald-Projekt mit seinen veranschlagten 15-16 Milliarden Kronen eine tickende Zeitbombe für die Geschäfte von Dong.
Aber selbst, wenn die Dong-Führung nun nicht mehr nach einer Tüte mit Milliarden für das Projekt suchen muss, bleiben dem Staatskonzern ökonomische Ohrfeigen nicht erspart. Die Jahresrechnung von 2007 zeigt, dass für die Projektentwicklung 250 Millionen Kronen nötig waren. Es stellt sich die Frage, wie viel davon nun verloren ist.
„Ich möchte nichts zu Zwischenabrechnungen sagen. Aber es ist klar, dass wir Geld für die Projektentwicklung ausgegeben haben,“ sagt Anders Eldrup und will aber keine konkreten Zahlen nennen.
Kohlekraftwerk Greifswald (Schlagzeilen aus der Mitte)
• 2006 beschloss Dong Energy in Deutschland ein Kohlekraftwerk zu bauen.
• Das Werk für 1.500 MW sollte in der Nähe der norddeutschen Stadt Greifswald entstehen.
• Als Investitionssumme wurden 15-16 Milliarden Kronen veranschlagt.
• Für die Projektentwicklung wurden zunächst 250 Millionen Kronen ausgegeben.
• Nun hat Dong die Pläne begraben. Den Verlust möchte man nicht offen legen.
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